Gesundheitsgefahren

Der menschliche Körper hat sich über viele Generationen an die äußeren Lebensbedingungen angepasst und macht das auch heute. Unser Problem ist jedoch, dass sich die Bedingungen in unserem Umfeld derzeit so rasant verändern, dass die Anpassung des Organismus mit dieser Entwicklung nicht mitkommt. Dabei sind einige Aspekte besonders hervorzuheben:

Als Folge dieser Gesundheitsgefahren kommt es zu verschiedenen Entwicklungen gegen die es anzugehen gilt. Falsche Ernährung und das immer größer werdende Bewegungsdefizit bedingen bei vielen Menschen schon im Kindesalter ein Übergewicht. Damit sind diese Personen potentielle Kandidaten für die 5 wichtigsten Wohlstandskrankheiten (Rheuma, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes). Außerdem gehen den betroffenen Kindern durch fehlende Bewegung Lebenserfahrungen verloren und deshalb sind sie im normalen Alltag motorisch und konditionell den Aufgaben nur ungenügend gewachsen. Schließlich entstehen durch konditionelle Defizite auch Schwächen beim Konzentrieren und Lernen, was zu Mängeln und Rückständen im Schulunterricht führen kann.

Typischer Tagesablauf bei vielen Kindern

Typischer Tagesablauf bei vielen Kindern

Sitzen ist eine Körperposition, die auch bei den bequemsten und gesündesten Möbeln einen auf längere Zeit ungünstigen Einfluss auf die Wirbelsäule und somit auf die Statik des menschlichen Körpers hat. Besser ist es, Alternativen zum Sitzen zu finden oder die Sitzposition regelmäßig unterbrechen oder wenigstens immer wieder verändern. Hier einige Vorschläge zu der obigen Abbildung:

Überlege doch einmal, ob dir selbst noch andere Varianten einfallen, wie das viele Sitzen am Tag unterbrochen oder durch andere Positionen ersetz und ergänzt werden kann.


Haltungsschwächen

Bewegungsmangel:

Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen von Herz - und Kreislauferkrankungen. Es kommt außerdem zu einer Rückbildung der Muskulatur mit nicht wieder gutzumachenden Folgen für Rücken und Gelenke. Alle 5 Bestandteile der Kondition werden in Mitleidenschaft gezogen und der Mensch zunehmend in seinen Bewegungsmöglichkeiten irreparabel eingeschränkt. Der kindliche Alltag ist zu oft nicht auf Bewegen ausgerichtet. Die Möglichkeiten und Räume zum Bewegen sind immer weniger vorhanden oder die Motivation, diese zu nutzen ist eingeschränkt. Erhöhte Körperaktivitäten sind oft auf den Schulsport beschränkt. Dieser ist zwangsläufig zu oft Ergebnis- und nicht Erlebnisorientiert. Somit werden nur bestimmte Gruppen von Kindern dadurch so angesprochen, dass die Bewegung den nötigen Nutzeffekt hat.

Falsches und zu langes Sitzen:

Sitzen ist für die Wirbelsäule eine höhere Belastung als Stehen, Bewegen oder Liegen. Außerdem kann sich durch ständig langes Sitzen die Normalhaltung der Wirbelsäule verändern und somit die Körperhaltung auf Dauer geschädigt werden. Es werden Bereiche im Bauchraum und an der Rückseite der Oberschenkel eingeengt oder sogar abgeschnürt. Beim Lesen und Schreiben besonders an nicht passend eingestellten Stühlen und Tischen kommt es zu einer Kipphaltung des Kopfes, wodurch Verspannungen und Kopfschmerzen entstehen. Ständiges Sitzen in gleicher Position zum Lehrer bzw. zur Tafel kann zu manifestierten Schiefhaltungen führen, welche später chronische Rückenbeschwerden zur Folge haben. Durch Sitzen sind besonders auch Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang eingeengt. Trotzdem müssen Kinder und Jugendliche zunehmend oft unter ungünstigen Bedingungen immer wieder zu lange hintereinander sitzen.

Ungenügendes Haltungsgefühl:

Ungeeignete Sitzmöbel, einseitiges oder nicht richtiges Tragen der Schultaschen entwickeln Fehlhaltungen. Krankheiten des passiven und aktiven Bewegungsapparates können die Körperhaltung stören. Viele, in Medien verbreitete, lässige oder coole Haltungen werden durch Kinder gern kopiert. Eltern und Erzieher wissen oft zu wenig über Folgen von der Bedeutung einer guten Körperhaltung.

Selbstwertgefühl:

Kinder sind oft sehr starken psychischen Belastungen ausgesetzt. Es kommt zu sehr hohen schulischen Erwartungsdruck durch die Eltern. Sie sind an vielen Tagen der Woche einem Dauerbeschäftigungsprogramm ausgesetzt. In der Freizeit der Kinder kommt es zu Reizüberflutungen und damit verbunden zu unnötiger Hektik. Zum Teil unterliegen Kinder übermäßigem Konsumansprüchen.

Beengende Kleidung:

In beengender Kleidung kann man sich nicht natürlich bewegen, man fühlt sich eingezwängt und teilweise werden bestimmte Gefäße oder Organe des Körpers so eingeklemmt, dass sie in ihrer Funktion behindert sind. Es kann zu Reibungen kommen, die dann zu Hautverletzungen oder Wundstellen führen. Eine besondere Bedeutung haben jedoch beengende, d. h. zu kleine oder zu enge Schuhe. Die Füße müssen uns aber das ganze Leben lang tragen. Vernachlässigte Füße sind häufige Ursachen für Rückenproblematiken, Knieprobleme und Hüftbeschwerden. Deshalb immer auf passende Schuhe achten und die Kinder wo es möglich ist auch auf Socken oder barfuß spielen lassen.

Übergewicht:

Neben dem schon beschriebenen Bewegungsmangel, ist für Übergewicht bei Kindern immer auch falsche Ernährung als Ursache zu sehen. Süßigkeiten bei allen Gelegenheiten, leider oft auch als Zwischenmahlzeit sind eine weitverbreitete Unsitte. Fastfood im Maßen ist sicher in Ordnung. Für die tägliche Ernährung ist sie aber zu einseitig und sicher auch zu Fett- und Kalorienhaltig. Nach wie vor ist es für Kinder wichtig, durch viel Obst und Gemüse die notwendigen Vitamine und Mineralien zuzuführen.